Proteomik-Diagnostik

Die Proteomik-Diagnostik ist ein fortschrittliches Verfahren, das sich mit der Analyse von Proteinen im menschlichen Körper beschäftigt. Proteine sind die wichtigsten Bausteine der Zellen und spielen eine entscheidende Rolle bei fast allen biologischen Prozessen, wie dem Zellstoffwechsel, der Immunantwort und der Kommunikation zwischen Zellen. Die Proteomik untersucht das gesamte Spektrum der im Körper produzierten Proteine – das sogenannte Proteom – und kann wichtige Informationen über den Gesundheitszustand und mögliche Erkrankungen liefern.

Was ist die Proteomik?

Die Proteomik ist ein Zweig der Molekularbiologie, der sich mit der großflächigen Analyse von Proteinen befasst. Während die Genomik das Erbgut (DNA) untersucht, konzentriert sich die Proteomik auf die Proteine, die von Genen codiert werden. Da Proteine die eigentlichen „Arbeiter“ in den Zellen sind, bietet die Analyse des Proteoms tiefere Einblicke in die tatsächlichen Vorgänge im Körper.

Die Menge und Art der Proteine in einer Zelle kann sich abhängig von Alter, Gesundheitszustand, Ernährung, Stress und anderen Faktoren verändern. Die Proteomik kann daher Aufschluss darüber geben, wie der Körper auf Umwelteinflüsse und Krankheiten reagiert.

Wann wird die Proteomik-Diagnostik eingesetzt?

Die Proteomik-Diagnostik kommt vor allem in der Medizin und Forschung zum Einsatz, um detaillierte Informationen über die Funktionsweise des Körpers zu erhalten. Mögliche Einsatzgebiete sind:

Früherkennung von Krankheiten: Durch die Analyse von Veränderungen im Proteom können bestimmte Krankheiten in einem sehr frühen Stadium erkannt werden, noch bevor Symptome auftreten. Dies betrifft vor allem chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Krebs.

Personalisierte Medizin: Die Proteomik kann helfen, Therapien besser auf den individuellen Patienten abzustimmen. Da jeder Mensch ein einzigartiges Proteom hat, kann die Diagnostik Hinweise darauf geben, welche Behandlungen oder Medikamente am besten wirken könnten.

Überwachung von Krankheitsverläufen: Bei chronischen oder schwerwiegenden Erkrankungen kann die Proteomik-Diagnostik dazu beitragen, den Krankheitsverlauf besser zu überwachen und den Erfolg von Behandlungen zu beurteilen.

Erkennung von Entzündungen und Stoffwechselstörungen: Proteom-Analysen können Entzündungsmarker und andere Anomalien im Stoffwechsel identifizieren, die auf Erkrankungen oder Fehlfunktionen hinweisen.