Bioidentische Hormontherapie

Die bioidentische Hormontherapie (BHT) ist eine Form der Hormonbehandlung, bei der Hormone eingesetzt werden, die in ihrer chemischen Struktur den körpereigenen Hormonen exakt entsprechen. Diese Therapie wird häufig in den Wechseljahren, aber auch bei hormonellen Ungleichgewichten bei Männern und Frauen angewendet. Die Idee hinter der BHT ist es, hormonelle Defizite auf natürliche Weise auszugleichen, um Symptome zu lindern und das Wohlbefinden zu verbessern.

Über bioidentische Hormone?

Bioidentische Hormone werden in einem Labor hergestellt, stammen jedoch oft aus pflanzlichen Quellen, wie z. B. aus Yamswurzeln oder Sojabohnen. Wichtig ist, dass sie in ihrer molekularen Struktur identisch zu den Hormonen sind, die unser Körper selbst produziert, wie etwa:

•Östrogen

•Progesteron

•Testosteron

•DHEA (Dehydroepiandrosteron)

Die BHT wird vor allem bei hormonellen Ungleichgewichten angewendet, die verschiedene Beschwerden auslösen können. Zu den häufigsten Anwendungsgebieten gehören:

1. Wechseljahre (Menopause):

Frauen in den Wechseljahren haben häufig mit Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Scheidentrockenheit und einem verringerten Sexualtrieb zu kämpfen. Diese Symptome entstehen durch den sinkenden Östrogen- und Progesteronspiegel. Die BHT kann helfen, diese Symptome zu lindern, indem die fehlenden Hormone ausgeglichen werden.

2. Hormonelles Ungleichgewicht bei Männern:

Auch Männer können von einem Absinken des Testosteronspiegels betroffen sein, was sich in Symptomen wie Energiemangel, Stimmungsschwankungen, Muskelabbau oder einer verringerten Libido äußern kann. Eine gezielte bioidentische Hormontherapie kann hier den Testosteronspiegel ausgleichen.

3. Andere hormonelle Dysbalancen:

Die BHT wird auch bei anderen hormonellen Störungen eingesetzt, wie z. B. dem prämenstruellen Syndrom (PMS), dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) oder nach einer Entfernung der Eierstöcke (chirurgische Menopause).

Der Unterschied

Der wesentliche Unterschied zwischen bioidentischen Hormonen und synthetischen Hormonen, die in herkömmlichen Hormonersatztherapien (HRT) eingesetzt werden, besteht in der chemischen Struktur:

  • Bioidentische Hormone: Ihre molekulare Struktur entspricht exakt den natürlichen Hormonen, die der Körper selbst produziert. Sie werden individuell angepasst, um die spezifischen Bedürfnisse des Patienten zu erfüllen.
  • Synthetische Hormone: Diese Hormone ähneln den körpereigenen Hormonen, sind aber chemisch verändert und können teilweise andere Wirkungen im Körper haben.

Individuell angepasste Therapie

Ein Vorteil der bioidentischen Hormontherapie ist, dass sie in der Regel individuell auf den Patienten zugeschnitten wird. Vor Beginn der Behandlung wird in der Regel eine detaillierte Hormonanalyse durchgeführt, um den Hormonstatus zu ermitteln. Darauf basierend wird eine maßgeschneiderte Mischung von Hormonen erstellt, die auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist.

Die Hormone können in verschiedenen Darreichungsformen verabreicht werden, darunter:

  • Cremes oder Gele, die auf die Haut aufgetragen werden
  • Kapseln oder Tabletten
  • Vaginalzäpfchen oder -cremes
  • Injektionen oder Pflaster