Behandlung von Autoimmunerkrankungen mit Vitamin D nach dem Coimbra-Protokoll

Das Coimbra-Protokoll ist eine spezielle Behandlungsform für Autoimmunerkrankungen, bei der hohe Dosen von Vitamin D eingesetzt werden. Entwickelt wurde dieses Protokoll von dem brasilianischen Neurologen Dr. Cicero Galli Coimbra. Es basiert auf der Erkenntnis, dass Vitamin D eine entscheidende Rolle im Immunsystem spielt und dass viele Patienten mit Autoimmunerkrankungen, wie z. B. Multiple Sklerose, rheumatoider Arthritis oder Psoriasis, eine gestörte Vitamin-D-Regulation aufweisen.

Autoimmunerkrankungen

Und Vitamin D

Vitamin D ist eigentlich ein Hormon, das im Körper durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet wird und zusätzlich über die Nahrung aufgenommen werden kann. Es ist nicht nur wichtig für den Knochenstoffwechsel, sondern spielt auch eine zentrale Rolle bei der Regulation des Immunsystems. Studien haben gezeigt, dass Vitamin D entzündungshemmend wirkt und dabei helfen kann, eine Überreaktion des Immunsystems, wie sie bei Autoimmunerkrankungen auftritt, zu regulieren.

Bei Autoimmunerkrankungen greift das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Zellen an, was zu Entzündungen und Gewebeschäden führt. Vitamin D kann helfen, diese fehlgesteuerten Immunprozesse zu modulieren und die übermäßige Aktivität bestimmter Immunzellen zu reduzieren. Ziel ist es, die Autoimmunreaktion zu dämpfen, ohne das Immunsystem vollständig zu unterdrücken.

Das Coimbra Protokoll

Eine spezielle Vitamin-D-Therapie

Symptomatik

Das Coimbra-Protokoll unterscheidet sich von herkömmlichen Ansätzen durch die Verwendung von hochdosiertem Vitamin D. Es basiert auf der Annahme, dass Patienten mit Autoimmunerkrankungen einen angeborenen Vitamin-D-Stoffwechseldefekt haben, der dazu führt, dass sie trotz normaler Vitamin-D-Zufuhr einen chronischen Mangel aufweisen. Dieser Defekt kann durch sehr hohe Dosen von Vitamin D ausgeglichen werden.

1. Individuelle Dosierung:

Ein zentrales Element des Coimbra-Protokolls ist die individuelle Anpassung der Vitamin-D-Dosis. Jeder Patient wird auf seine persönliche Vitamin-D-Speicherkapazität und seinen Parathormonspiegel (PTH) untersucht. Anhand dieser Werte wird die Dosis festgelegt, die für den Patienten erforderlich ist, um die Immunfunktion zu modulieren. Diese Dosen können weit über den üblichen Empfehlungen für Vitamin D hinausgehen.

2. Kontrolle des Kalziumspiegels:

Da Vitamin D den Kalziumstoffwechsel stark beeinflusst, ist es wichtig, eine Kalziumüberladung zu vermeiden. Patienten, die das Coimbra-Protokoll befolgen, müssen eine kalziumarme Diät einhalten, um eine Hyperkalzämie (zu viel Kalzium im Blut) zu verhindern, die gesundheitsschädlich sein kann.

3. Regelmäßige Überwachung:

Patienten, die das Coimbra-Protokoll anwenden, müssen regelmäßig ärztlich überwacht werden. Dazu gehören Kontrollen des Vitamin-D- und Kalziumspiegels, der Nierenfunktion sowie des Parathormonspiegels. Nur so kann eine sichere und effektive Behandlung gewährleistet werden.

4. Ergänzende Therapien:

Zusätzlich zum Vitamin D werden oft weitere Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium, Omega-3-Fettsäuren und Vitamine (z. B. Vitamin B2) verabreicht, um den Stoffwechsel zu unterstützen und mögliche Nebenwirkungen zu reduzieren.

Der Zusammenhang zwischen Energie und Mitochondrien

Vorteile des Coimbra-Protokolls

Modulation des Immunsystems:

Die Therapie zielt darauf ab, die überschießende Immunaktivität zu regulieren, ohne das Immunsystem zu schwächen.

Individuelle Therapie:

Jeder Patient erhält eine genau auf ihn abgestimmte Dosis, was die Chancen auf eine positive Wirkung erhöht.

Weniger Nebenwirkungen als Immunsuppressiva:

Im Vergleich zu herkömmlichen Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, hat die hochdosierte Vitamin-D-Therapie ein vergleichsweise günstiges Nebenwirkungsprofil, wenn sie korrekt durchgeführt wird.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen

Obwohl das Coimbra-Protokoll bei vielen Patienten positive Ergebnisse zeigt, gibt es auch Risiken und mögliche Nebenwirkungen, insbesondere wenn die Therapie unsachgemäß durchgeführt wird. Dazu gehören:

Hyperkalzämie:

Ein zu hoher Kalziumspiegel im Blut kann zu Nierenschäden, Herzrhythmusstörungen und weiteren gesundheitlichen Problemen führen. Dies ist der Hauptgrund, warum Patienten eine kalziumarme Diät einhalten und regelmäßig ärztlich überwacht werden müssen.

Nierensteine:

Ein erhöhter Kalziumspiegel kann das Risiko von Nierensteinen erhöhen.

Langzeitrisiken:

Da das Coimbra-Protokoll auf die langfristige Einnahme hoher Dosen von Vitamin D abzielt, ist es wichtig, die Auswirkungen auf den Körper über lange Zeiträume genau zu beobachten.

Für wen ist das Coimbra-Protokoll geeignet?

Das Coimbra-Protokoll wird vor allem bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt, darunter:

  • Multiple Sklerose (MS)
  • Rheumatoide Arthritis
  • Psoriasis (Schuppenflechte)
  • Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • Hashimoto-Thyreoiditis
  • Lupus erythematodes

Nicht jeder Patient eignet sich jedoch für das Coimbra-Protokoll. Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen, insbesondere Nierenerkrankungen, oder solche, die Schwierigkeiten haben, eine kalziumarme Diät einzuhalten, sollten diese Therapieform nicht anwenden. Vor Beginn der Behandlung ist eine gründliche medizinische Abklärung notwendig. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung!